Der perfekte Fragebogen


28.01.2019 492

Ein gutes Fragebogendesign ist die Voraussetzung um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.  Wir zeigen Ihnen wie es geht.

Was wollen Sie eigentlich genau wissen?
Definieren Sie das Ziel. Was wollen Sie von Ihren Probanden genau wissen? „Haben Sie das Geschäft XY schon mal besucht?“ oder „Haben Sie in Geschäft XY schon mal eingekauft?“ Ein Geschäft zu betreten, heißt nicht zwangsläufig, dass man etwas kauft. Prüfen Sie jede Frage, ob diese Ihnen die richtige Information liefert.

Wählen Sie die richtige Methode!
Legen Sie im Vorfeld die Methode fest. Je nach Methode gestaltet sich der Fragebogen anders. Bei Face-to-Face oder Onlineumfragen kann man hervorragend mit Visualisierungen arbeiten.

Max. 15 Minuten!
In der Kürze liegt die Würze. Für telefonische und Face-to-Face-Befragungen empfehlen wir eine Interviewdauer von 10-15 Minuten. Vor allem lange Abfragebatterien verlangen dem Probanden, aber auch dem Interviewer viel Geduld ab. Damit es schneller geht neigen viele Befragte nach einer gewissen Zeit dazu, die Kriterien mit nur einem Wert zu beurteilen. Die Ergebnisse werden somit verfälscht.

Immer nur eine Frage!
Stellen Sie immer nur eine Frage! „Was gefällt Ihnen an der Innenstadt besonders und was nicht?“ Wenn der Befragte nun zuerst sagt, was ihm nicht gefällt führt dies zu Unklarheiten in der Auswertung und die Ergebnisse verlieren somit an ihrer Aussagekraft.

Sorgen Sie für Abwechslung!
Dafür sind verschiedene Fragetypen sinnvoll. Offene Fragen bieten sich z.B. als Einstieg in die Befragung ein z.B. Was fällt Ihnen spontan zur Stadt Würzburg ein? Mit Ratingfragen werden einzelne Aspekte beurteilt. Bei geschlossenen Fragen werden vorgegebenen Kategorien z.B. „mit dem Auto“, „mit dem Fahrrad“, „mit dem ÖPNV“ abgefragt. Auch Fragen, die den Probanden ermuntern sich in eine Situation zu versetzen z.B. „Stellen Sie sich vor, Sie wären Bürgermeister der Stadt Würzburg…“ sind sinnvoll. Durch die Verwendung verschiedener Fragetypen entsteht mehr Abwechslung und der Befragte ist motivierter und liefert somit validere Ergebnisse.

Verwenden Sie keine Negation!
 „Der Eingangsbereich ist nicht sauber: ja/nein“. Das führt nur zu Missverständnissen sowohl beim Probanden als auch bei der Auswertung.

Achten Sie auf sinnvolle Skalierung und Skalenrichtung!
Häufig werden 5er oder 6er Skalierungen anlehnend an das Schulnotensystem verwendet. Auch muss festgelegt werden, ob eine gerade oder ungerade Skalierung verwendet werden soll. Eine gerade Skalierung bietet sich an, wenn man eine Tendenz herausfinden möchte. Wichtig ist, dass die Skalenrichtung immer einheitlich innerhalb des Fragebogens verwendet wird, d.h. wenn 1= sehr zufrieden ist und 5 = unzufrieden, dann darf die Skalierungen nicht umkehrt werden 1= unzufrieden und 5=sehr zufrieden. Das verwirrt nur und führt zu falschen Antworten.

Immer schön neutral bleiben!
Stellen Sie niemals Suggestivfragen! „Sind Sie auch der Meinung, dass ein neues Shopping-Center gebaut werden sollte?“ Der Befragte wird hier in eine Richtung gelenkt. Das führt unter Umständen zu falschen Ergebnissen.

Pre-Test ist Pflicht!
Bevor eine Umfrage an den Start geht, sollte der Fragebogen unbedingt getestet werden. Besonders die Filterführung muss schlüssig sein. Auch kann man so die tatsächliche Dauer des Interviews herausfinden und gegebenenfalls den Bogen noch etwas kürzen, wenn er zu lang ist. 


Wenn Sie diese Tipps beherzigen sind Sie schon mal auf einem guten Weg fundierte Ergebnisse zu erhalten. Natürlich gibt es weitere Faktoren, die die Aussagekraft und die Qualität einer Studie beeinflussen z.B. die richtige Methode mit der die Befragung durchgeführt wird und nicht zu vergessen, der Interviewer selbst. Demnächst dazu mehr.